Diktieren spart in fast jeder Praxis, Kanzlei und Beratungsstelle Zeit. Doch sobald das Diktat vertrauliche Inhalte über Klientinnen, Patienten oder Mandantinnen enthält, ist die Werkzeugfrage keine reine Komfortfrage mehr. Psychotherapeut:innen, Notar:innen, Psycholog:innen und Sozialarbeiter:innen gehören zu den Berufsgeheimnisträgern nach § 203 StGB. Für sie gilt dasselbe Grundmuster: besonders sensible Daten, eine gesetzliche Schweigepflicht und die Frage, wer das Gesprochene eigentlich zu hören bekommt.
Diese Sammelseite erklärt das gemeinsame Muster hinter all diesen Berufen, zeigt, warum die lokale Verarbeitung der naheliegende Lösungsweg ist, und verlinkt zu den Einzelseiten für die einzelnen Berufsgruppen.
Das gemeinsame Muster: § 203 StGB, sensible Daten, lokale Verarbeitung
So unterschiedlich Therapie, Notariat und Sozialberatung im Alltag sind, ihre datenschutzrechtliche Ausgangslage ähnelt sich stark.
Was § 203 StGB verlangt
§ 203 StGB stellt es unter Strafe, wenn bestimmte Berufsgruppen ein fremdes Geheimnis offenbaren, das ihnen in ihrer beruflichen Eigenschaft anvertraut wurde. Das betrifft nicht nur das absichtliche Ausplaudern, sondern auch das unbedachte Weitergeben an Dritte. Externe Dienstleister dürfen seit der Reform von 2017 als sonstige mitwirkende Personen eingebunden werden, allerdings nur unter Voraussetzungen: Sie müssen, soweit erforderlich, zur Geheimhaltung verpflichtet werden, und die Weitergabe muss für die Tätigkeit notwendig sein. Ein unkontrolliertes Hochladen von Diktaten in eine beliebige Cloud passt selten in diesen Rahmen.
Warum Diktat der wunde Punkt ist
Viele populäre Diktier- und Transkriptionsdienste arbeiten nach demselben Prinzip: Das Mikrofon nimmt auf, die Audiodatei wandert an einen Cloud-Server, dort wird Text daraus, der zurückkommt. Der entscheidende Schritt passiert auf fremden Servern, oft außerhalb der EU. Sprachaufnahmen sind personenbezogene Daten, sobald eine Person identifizierbar ist oder über sie gesprochen wird. Werden sie in ein Drittland wie die USA übertragen, greifen die Anforderungen der DSGVO an die Drittlandübermittlung (Kapitel V, Artikel 44 ff.). Bei Berufsgeheimnisträgern kommt § 203 StGB obendrauf. Cloud-Diktat ist damit nicht pauschal verboten, kann aber je nach Ausgestaltung ein ernstes Compliance-Risiko sein.
Welche Berufe die Schweigepflicht trifft
Die folgende Übersicht ordnet die hier behandelten Berufsgruppen ein. Für die Details und den Praxisalltag gibt es jeweils eine eigene Seite.
Psychotherapeut:innen
Psychologische Psychotherapeut:innen sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:innen zählen als Angehörige eines Heilberufs zu den Berufsgeheimnisträgern nach § 203 StGB. Sitzungsnotizen, Anamnesen und Verlaufsdokumentation gehören zu den sensibelsten Daten überhaupt. Wer diese diktiert, sollte sicher sein, dass das Gesagte das Gerät nicht verlässt.
Psycholog:innen
Berufspsycholog:innen mit staatlich anerkannter wissenschaftlicher Abschlussprüfung sind in § 203 StGB ausdrücklich genannt. Ob Gutachten, diagnostische Befunde oder Beratungsprotokolle: Auch hier sind die Inhalte personenbezogen und besonders schutzbedürftig, sodass die gleiche Logik wie in der Psychotherapie gilt.
Notar:innen
Notar:innen unterliegen einer eigenen Verschwiegenheitspflicht und sind zugleich in § 203 StGB als Berufsgeheimnisträger aufgeführt. Urkundsentwürfe, Testamente und Vertragsverhandlungen enthalten hochvertrauliche Informationen über Vermögen und Familienverhältnisse. Ein Diktat, das diese Inhalte an einen externen Dienst sendet, berührt unmittelbar die notarielle Verschwiegenheit.
Sozialarbeit und Beratungsstellen
Staatlich anerkannte Sozialarbeiter:innen und Sozialpädagog:innen sowie Berater:innen in anerkannten Beratungsstellen fallen ebenfalls unter § 203 StGB. Falldokumentation in der Sozial-, Sucht- oder Schwangerschaftsberatung betrifft oft Menschen in besonders verletzlichen Situationen, was die Anforderungen an die Vertraulichkeit zusätzlich erhöht.
Auch betroffen: weitere Kammerberufe
Das gleiche Muster gilt für Anwält:innen, Ärzt:innen und Steuerberater:innen. Für diese Gruppen gibt es jeweils eine eigene Vertiefung: zur Diktiersoftware für Anwält:innen und Kanzleien, zur Diktiersoftware für die Arztpraxis und zur Diktiersoftware für Steuerberater:innen. Den übergreifenden Rahmen liefert der Hub-Artikel DSGVO-konforme Diktiersoftware für den Mac.
Cloud-Diktat oder lokal: der Unterschied im Überblick
| Kriterium | US-Cloud-Diktat | Lokale Diktiersoftware (Flinktext) |
|---|---|---|
| Wo das Audio verarbeitet wird | Externe Server, oft in den USA | Auf dem Mac, on-device |
| Drittlandübermittlung (DSGVO Kap. V) | Findet statt, muss gerechtfertigt werden | Findet nicht statt, weil keine Übermittlung |
| Externer Verarbeiter unter § 203 StGB | In der Regel einzubinden und zu verpflichten | Entfällt im Standardbetrieb |
| Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) | Erforderlich | Für die lokale Verarbeitung nicht nötig, AVV auf Anfrage |
| Funktion ohne Internet | Nein | Ja, voll offline |
| Prüfbarkeit durch Ihre IT | Proprietär, Innenleben verschlossen | Open Source, Code prüfbar |
| Kosten | Meist Abonnement | Kostenlos |
Warum lokale Verarbeitung der gemeinsame Nenner ist
Die saubere Antwort ist über alle § 203-Berufe hinweg dieselbe und technisch einfach: Wenn die Spracherkennung vollständig auf dem Gerät läuft, verlässt das Audio den Mac nie. Es gibt keine Drittlandübermittlung, weil es keine Übermittlung gibt. Es gibt keinen externen Verarbeiter, der unter § 203 StGB eingebunden und verpflichtet werden müsste. Und es gibt keine Cloud-Richtlinie, die verletzt wird.
Lokale Verarbeitung verschiebt damit die datenschutzrechtliche Bewertung grundlegend. Statt eine riskante Drittlandübermittlung rechtfertigen zu müssen, dokumentieren Sie eine rein lokale, datensparsame Verarbeitung. Das reduziert das Risiko einer ungewollten Drittweitergabe und unterstützt so die Wahrung der Schweigepflicht. Ein Diktat-Werkzeug allein macht niemanden compliant, aber lokale Verarbeitung ist die technische Grundlage dafür, dass ein solches Werkzeug DSGVO-konform eingesetzt werden kann.
Flinktext: lokale Diktiersoftware für Berufsgeheimnisträger
Flinktext ist eine native macOS-Menüleisten-App von Lighthouse Consultings, die konsequent auf diesen lokalen Ansatz setzt. Die Bedienung ist bewusst schlicht: Hotkey halten, sprechen, loslassen. Der erkannte Text erscheint sofort am Cursor, in jeder App, ob in der Patienten- oder Falldokumentation, im Notariatsprogramm, in Mail oder Word. Vier Modi decken den Alltag ab: Roh für das 1:1-Transkript, Poliert für sauberes Schriftdeutsch, Compose für ausformulierte Texte aus einem gesprochenen Befehl und Emoji für lockere Korrespondenz.
Diese Datenschutz-Eigenschaften sind im offenen Quellcode nachprüfbar:
- Standardmäßig 100 % lokal. Die Spracherkennung nutzt ein gebündeltes, on-device laufendes Whisper-Modell. Ihr Audio und Ihr Diktat verlassen das Gerät nicht.
- Keine Telemetrie, kein Tracking, kein Account. Es laufen keine Analytics und kein Crash-Reporter mit, die im Hintergrund Daten senden.
- Schlüssel nur in der Keychain. Zugangsdaten liegen ausschließlich gerätegebunden in der macOS-Keychain, ohne iCloud-Sync.
- Open Source unter MIT-Lizenz. Der Code liegt öffentlich auf GitHub und kann von Ihrer IT oder Ihrem Datenschutzbeauftragten geprüft werden.
Optionale Cloud-Backends für besonders anspruchsvolle Formulierungen existieren, sind aber standardmäßig ausgeschaltet. Sie werden nur aktiv, wenn Sie sie bewusst einschalten und einen eigenen API-Schlüssel hinterlegen. Im Auslieferungszustand bleibt alles lokal.
DSGVO-konform einsetzbar, nicht zertifiziert
Eine ehrliche Einordnung gehört dazu: Keine Software ist von sich aus DSGVO-zertifiziert oder garantiert § 203-konform. Datenschutzkonformität entsteht immer im konkreten Einsatz, aus Werkzeug plus Prozess plus Dokumentation. Flinktext liefert die technische Grundlage dafür, dass eine lokale, datensparsame Verarbeitung möglich ist. Die rechtskonforme Einbettung in den Praxis-, Kanzlei- oder Beratungsbetrieb bleibt Sache der jeweiligen Einrichtung und gehört im Zweifel mit dem oder der Datenschutzbeauftragten geklärt. Einen Auftragsverarbeitungsvertrag und Datenschutz-Unterlagen für den institutionellen Rollout stellen wir auf Anfrage bereit.
FAQ
Fällt mein Beruf unter § 203 StGB? Psychotherapeut:innen, Berufspsycholog:innen mit staatlich anerkannter Abschlussprüfung, Notar:innen sowie staatlich anerkannte Sozialarbeiter:innen und Sozialpädagog:innen sind in § 203 StGB als Berufsgeheimnisträger genannt, ebenso Ärzt:innen, Anwält:innen und Steuerberater:innen. Die konkrete Einordnung Ihres Einzelfalls klären Sie bitte mit Ihrer Kammer oder Ihrem Datenschutzbeauftragten.
Ist Cloud-Diktat für Berufsgeheimnisträger automatisch strafbar? Nein, so pauschal lässt sich das nicht sagen. Externe Dienstleister dürfen unter Voraussetzungen eingebunden werden. Ein unkontrolliertes Hochladen sensibler Diktate in eine US-Cloud kann aber je nach Ausgestaltung ein Compliance-Risiko sein, sowohl unter der DSGVO als auch unter § 203 StGB.
Wie hilft lokale Verarbeitung konkret? Wenn die Spracherkennung lokal auf dem Mac läuft, verlässt das Audio das Gerät nicht. Es gibt keine Drittlandübermittlung und keinen externen Verarbeiter, der unter § 203 StGB eingebunden werden müsste. Das reduziert das Risiko einer ungewollten Drittweitergabe.
Werden meine Diktate in die Cloud hochgeladen? Im Standardbetrieb nicht. Die Spracherkennung von Flinktext läuft on-device über ein gebündeltes Whisper-Modell. Optionale Cloud-Backends sind standardmäßig ausgeschaltet und werden nur aktiv, wenn Sie sie selbst einschalten und einen eigenen Schlüssel hinterlegen.
Funktioniert das Diktat auch ohne Internet? Ja. Da die Verarbeitung lokal stattfindet, funktioniert das Diktieren vollständig offline.
Was kostet Flinktext? Die App ist kostenlos und Open Source unter MIT-Lizenz. Sie laden die fertige DMG-Datei und legen los, ohne Selbstkompilieren.
Nächster Schritt
Ob Therapie, Notariat, Psychologie oder Sozialberatung: Das gemeinsame Muster ist die Schweigepflicht, und die lokale Verarbeitung ist der ruhigere Weg. Laden Sie Flinktext kostenlos auf der Produktseite und sprechen Sie uns für einen datenschutzkonformen Rollout in Praxis, Kanzlei oder Beratungsstelle an.
Flinktext: die Diktier-App für den Mac
Gratis, Open Source, 100 % lokal im Standard. Laden, öffnen, diktieren.
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