In der Kanzlei ist Diktieren Alltag. Schriftsätze, Aktenvermerke, Mandantengespräche: Vieles geht schneller über die Stimme als über die Tastatur. Für Anwält:innen ist die Frage aber nicht nur, wie schnell ein Tool ist, sondern wohin das Diktat geht. Denn die meisten bekannten Diktier-Tools senden das Gesprochene an Server in der Cloud, oft außerhalb der EU. Sobald dort Mandantennamen, Sachverhalte oder Strategien verarbeitet werden, berührt das die anwaltliche Schweigepflicht.
Dieser Ratgeber zeigt, warum Cloud-Diktat in der Kanzlei sorgfältig zu prüfen ist, wie lokale Verarbeitung auf dem Mac das Thema entschärft, und wie sich eine schlanke, kostenlose Lösung gegen den Platzhirsch Dragon Legal und gegen generische Cloud-Tools einordnet.
Warum Cloud-Diktat in der Kanzlei heikel sein kann
Anwält:innen sind Berufsgeheimnisträger nach § 203 StGB. Was Mandant:innen anvertrauen, unterliegt der Schweigepflicht. Wer ein fremdes Geheimnis offenbart, das ihm in anwaltlicher Eigenschaft bekannt geworden ist, kann sich strafbar machen. Das Einbinden externer Dienstleister, etwa eines Cloud-Anbieters, ist nicht generell verboten, aber an Voraussetzungen geknüpft. Seit 2017 erlaubt § 203 Abs. 3 StGB das Mitwirken sonstiger Personen, verlangt dafür aber eine sorgfältige Auswahl, vertragliche Verpflichtung zur Geheimhaltung und angemessene technisch-organisatorische Absicherung.
Parallel greift die DSGVO. Sprachaufnahmen sind personenbezogene Daten, sobald eine Person identifizierbar ist oder über sie gesprochen wird. Wandern diese Audiodaten an einen Anbieter in einem Drittland wie den USA, gelten die Anforderungen an die Drittlandübermittlung nach Kapitel V (Art. 44 ff. DSGVO): tragfähige Rechtsgrundlage, Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) und Dokumentation im Verarbeitungsverzeichnis.
Ob ein konkretes Cloud-Diktat danach zulässig ist, hängt von der Ausgestaltung ab: Wo stehen die Server, welche Garantien gibt der Anbieter, gibt es einen AVV, wie sind Verschlüsselung und Löschfristen geregelt. Pauschal lässt sich das nicht beantworten. Es kann je nach Konstellation ein Compliance-Risiko sein. Genau deshalb ist die Variante attraktiv, bei der die Frage gar nicht erst entsteht: wenn das Diktat das Gerät nie verlässt.
Wie lokale Verarbeitung das Risiko an der Wurzel reduziert
Läuft die Spracherkennung vollständig auf dem Mac, gibt es keine Übermittlung an einen externen Verarbeiter. Damit entfällt der Schritt, der unter § 203 StGB und unter der DSGVO am sorgfältigsten zu prüfen wäre. Lokale Verarbeitung unterstützt die Wahrung der Schweigepflicht, weil das Mandantengeheimnis im Haus bleibt. Sie reduziert das Risiko einer ungewollten Drittweitergabe, weil schlicht keine Daten abfließen.
Konkret bedeutet lokal:
- Das Sprachmodell liegt direkt auf dem Mac und rechnet on-device.
- Es gibt keinen Account, keine Anmeldung, keinen Server-Roundtrip.
- Das Diktat funktioniert auch ohne Internetverbindung.
- Die Kanzlei behält die Kontrolle darüber, wo Daten entstehen und bleiben.
Statt eine Drittlandübermittlung rechtfertigen zu müssen, dokumentieren Sie eine rein lokale Verarbeitung. Das ist die Grundlage dafür, dass ein Werkzeug DSGVO-konform eingesetzt werden kann.
Dragon Legal, generische Cloud-Tools und der lokale Weg im Vergleich
Dragon Legal (Nuance, heute Microsoft) ist der etablierte Standard für juristisches Diktat: ein ausgereiftes Produkt mit spezialisiertem Rechtsvokabular und Formatierungsbefehlen. Fair einzuordnen ist aber auch, dass es Dragon in mehreren Varianten gibt. Die lokale Desktop-Edition läuft on-device, ist jedoch primär auf Windows ausgerichtet (eine aktuelle native Mac-Version führt Nuance nicht mehr). Die Anywhere-Variante arbeitet cloudbasiert. Die Lizenzkosten liegen je nach Edition und Vertrag im mittleren bis hohen dreistelligen Bereich pro Platz, als Einmallizenz oder im Abo. Das Produkt ist nicht quelloffen.
Generische Cloud-Diktier-Tools sind günstig und plattformunabhängig, verarbeiten Sprache aber typischerweise auf Anbieter-Servern, häufig außerhalb der EU. Für vertrauliche Mandatsinhalte ist das der kritische Punkt.
Flinktext setzt bewusst woanders an: kein Funktionsmonster, sondern eine schlanke, kostenlose Mac-App, die im Standard 100 % lokal arbeitet.
| Kriterium | Flinktext | Dragon Legal (Nuance) | Generische Cloud-Tools |
|---|---|---|---|
| Verarbeitung | 100 % lokal im Standard, on-device | Desktop-Edition lokal, Anywhere cloudbasiert | meist Cloud, oft außerhalb der EU |
| Plattform | macOS nativ | primär Windows, keine aktuelle native Mac-Version | Web/App, plattformübergreifend |
| Diktat verlässt das Gerät | nein (Standard) | Anywhere ja, Desktop-Edition nein | in der Regel ja |
| Juristisches Fachvokabular | nein, Allzweck-Diktat | ja, spezialisiert | unterschiedlich |
| Quelloffen, Code prüfbar | ja (MIT) | nein | nein |
| Telemetrie / Account | keine, kein Account | je nach Variante | meist Account |
| AVV | auf Anfrage | je nach Vertrag und Variante | je nach Anbieter |
| Kosten | kostenlos | Lizenz, mittlerer bis hoher dreistelliger Bereich pro Platz | Abo |
Ehrlich bleibt: Wer das tiefe juristische Wörterbuch und die Diktatmakros von Dragon braucht, bekommt das bei einem schlanken Allzweck-Tool nicht. Flinktext ist eine Dragon-Legal-Alternative für Kanzleien, denen Datenhoheit, Mac-Unterstützung und Kostenfreiheit wichtiger sind als spezialisierte Diktatworkflows.
Flinktext: lokale Diktiersoftware für den Mac
Flinktext ist eine native macOS-Menüleisten-App von Lighthouse Consultings. Die Bedienung ist bewusst schlicht: Hotkey halten, sprechen, loslassen. Der erkannte Text erscheint am Cursor, in jeder App, ob Kanzleisoftware, Word, E-Mail oder Browser. Vier Modi decken den Alltag ab: Roh (1:1-Transkript), Poliert (sauberes Schriftdeutsch), Compose (gesprochener Befehl wird ausformuliert) und Emoji.
Diese Datenschutz-Eigenschaften sind im offenen Quellcode nachprüfbar:
- Standardmäßig 100 % lokal. Die Spracherkennung nutzt ein gebündeltes, on-device laufendes Whisper-Modell. Ihr Diktat verlässt das Gerät nicht.
- Keine Telemetrie, kein Tracking, kein Account. Es laufen keine Analytics und kein Crash-Reporter im Hintergrund.
- Schlüssel nur in der Keychain. Zugangsdaten liegen ausschließlich gerätegebunden in der macOS-Keychain, ohne iCloud-Sync.
- Open Source unter MIT-Lizenz. Der Code liegt öffentlich auf GitHub und kann von Ihrer IT oder Ihrem externen Datenschutzbeauftragten geprüft werden.
Optionale Cloud-Backends existieren für besonders anspruchsvolle Formulierungen, sind aber standardmäßig ausgeschaltet. Sie werden nur aktiv, wenn ein Nutzer sie bewusst einschaltet und einen eigenen API-Schlüssel hinterlegt. Im Auslieferungszustand bleibt alles lokal.
Statt die App selbst kompilieren zu müssen, laden Sie eine fertige DMG-Datei, ziehen Flinktext in den Ordner Programme und legen los.
DSGVO-konform einsetzbar, nicht zertifiziert
Eine ehrliche Einordnung gehört dazu: Keine Software ist von sich aus DSGVO-zertifiziert oder garantiert § 203-konform. Konformität entsteht im konkreten Einsatz, aus Werkzeug plus Prozess plus Dokumentation. Flinktext liefert die technische Grundlage dafür, dass eine lokale, datensparsame Verarbeitung möglich ist. Die rechtskonforme Einbettung in den Kanzleibetrieb, von der Mandantenkommunikation bis zum Verarbeitungsverzeichnis, bleibt Aufgabe der Kanzlei und ihres Datenschutzbeauftragten. Einen AVV und Datenschutz-Unterlagen für den Rollout stellen wir auf Anfrage bereit.
FAQ
Ist Cloud-Diktat für Anwält:innen erlaubt? Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Cloud-Diktat ist nicht generell verboten, aber auch nicht automatisch zulässig. Ob es zur anwaltlichen Schweigepflicht (§ 203 StGB) und zur DSGVO passt, hängt von der Ausgestaltung ab: Standort der Server, AVV, Verschlüsselung, Garantien des Anbieters und Dokumentation. Je nach Konstellation kann es ein Compliance-Risiko sein. Die Bewertung im Einzelfall sollten Sie mit Ihrem Datenschutzbeauftragten und mit Blick auf die Hinweise Ihrer Rechtsanwaltskammer vornehmen. Lokale Verarbeitung umgeht die Frage, weil keine Übermittlung stattfindet.
Ist Flinktext eine Dragon-Legal-Alternative? Für Kanzleien, denen lokale Datenverarbeitung, native Mac-Unterstützung und Kostenfreiheit wichtig sind: ja. Flinktext bietet allerdings kein spezialisiertes juristisches Fachvokabular und keine Diktatmakros wie Dragon. Es ist ein schlankes Allzweck-Diktat mit Datenschutz-Fokus, keine Funktionskopie.
Verlässt mein Diktat den Mac? Im Standardbetrieb nicht. Die Spracherkennung läuft on-device über ein gebündeltes Whisper-Modell. Optionale Cloud-Backends sind standardmäßig ausgeschaltet und werden nur aktiv, wenn Sie sie selbst einschalten und einen eigenen Schlüssel hinterlegen.
Funktioniert das Diktat auch ohne Internet? Ja. Da die Verarbeitung lokal stattfindet, funktioniert das Diktieren vollständig offline.
Bekomme ich einen AVV für die Kanzlei? Einen Auftragsverarbeitungsvertrag und Datenschutz-Unterlagen stellen wir auf Anfrage bereit. Da im Standard kein Audio das Gerät verlässt, ist der Anwendungsfall datensparsam gestaltet.
Was kostet Flinktext? Die App ist kostenlos und Open Source unter MIT-Lizenz. Sie laden die fertige DMG-Datei, ein Selbstkompilieren ist nicht nötig.
Nächster Schritt
Wenn Sie in der Kanzlei diktieren wollen, ohne dass Mandantendaten in die US-Cloud wandern, ist die lokale Variante der ruhigere Weg. Laden Sie Flinktext kostenlos auf der Produktseite und sprechen Sie uns für einen Rollout in der Kanzlei an.
Flinktext: die Diktier-App für den Mac
Gratis, Open Source, 100 % lokal im Standard. Laden, öffnen, diktieren.
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